Reinhard Ernst

Museumsgründer und Bauherr
Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung
Reinhard Ernst wurde 1945 in Dillhausen geboren. Nach der Mittleren Reife 1961 absolvierte er eine Ausbildung zum Speditionskaufmann und übernahm 1967 die Logistikleitung eines japanischen Unternehmens in Frankfurt. Ab 1971 leitete er Logistik und Vertrieb bei der Harmonic Drive System GmbH in Langen, später wurde er Geschäftsführer. 1979 führte er mit drei Kollegen ein Management-Buyout durch. 1988 verlegte er den Unternehmenssitz nach Limburg, baute die Fertigung aus und übernahm 1994 alle Anteile. Anschließend fusionierte er die Gesellschaften zur Harmonic Drive AG und etablierte das Unternehmen als führenden Anbieter in der Antriebstechnik. 2016 verkaufte er die Firma mit 500 Mitarbeitern an langjährige japanische Geschäftspartner.
Sein kulturelles Engagement begann 1985 mit dem Sammeln abstrakter Kunst. 2004 gründete er mit seiner Frau die Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung. Diese förderte soziale und kulturelle Projekte, darunter der Bau des „Hauses der Hoffnung“ in Japan (2011/12) sowie eine Musikschule in Eppstein (2016).
2017 initiierte er den Bau des Museums Reinhard Ernst (mre) in Wiesbaden, das vom Pritzker-Preisträger Fumihiko Maki entworfen wurde. Nach Baubeginn 2019 wurde das Museum am 23. Juni 2024 eröffnet und verzeichnete innerhalb der ersten neun Monate über 125.000 Besucher. Die Sammlung umfasst im März 2025 rund 970 Werke, darunter die weltweit größte Privatsammlung von Helen Frankenthaler mit 50 Werken, die seit dem 16. März 2025 in einer Sonderausstellung gezeigt werden.
Für sein unternehmerisches und kulturelles Engagement wurden Reinhard und Sonja Ernst 2024 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet und zu Ehrenbürgern Wiesbadens ernannt.